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Robert Maplethorpe

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Körper, Künstler, Prominente (Osnabrücker Zeitung)

Zwei Porträts bezaubern weiterhin, weil sie zulassen, was in Mapplethorpes angestrengter Welt sonst keinen Platz findet: Versonnenheit und Ironie. So darf Isabella Rossellinis Gesicht zwischen ihren schönen Händen wie eine elegisch sich neigende Blüte erscheinen. Und die greise Künstlerin Louise Bourgeois lächelt uns verschmitzt an. Sie trägt eine Skulptur in der Form eines Riesenphallus wie ein Beutestück unter dem Arm. Robert Mapplethorpe – ein Mann mit Sinn für die versteckte Selbstpersiflage?

Ein solches Resümee wäre hoffnungslos übertrieben. Dafür repräsentiert dieser Künstler zu genau den Zeitgeist, dem er mit all seinen stilisierten Bildinszenierungen eben doch nicht zu entkommen vermag. Mapplethorpe nahm sich und seine Motive bitterernst. Das schließt das Pathos ein, mit dem er die Vergänglichkeit beschwor. Auf seinem berühmten Selbstporträt mit Totenkopf schwebt sein eigenes Gesicht wie eine hohle Maske im sinistren Nirgendwo des regelrecht in die Finsternis wegkippenden Bildraumes. Wer sich selbst so sieht, der hat das Leben als Instanz akzeptiert, die Vergnügen gewährt und am Ende kalt ihre Rechnung präsentiert. Mapplethorpe hat sie schließlich mit seinem frühen Aids-Tod beglichen.

Die Düsseldorfer Schau kennt dennoch einen Ruhepunkt in all dem ermüdenden Körpergewoge: Diesen Punkt markieren die Aufnahmen, die Mapplethorpe von seiner Lebenspartnerin Patti Smith machte. Sie atmen jene Atmosphäre der gelösten Zuwendung, die Mapplethorpes Bildwelten sonst so vollkommen fremd ist.

Eine schöne Besprechung

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Dralle Posen und ungenierte Blöße (Neue Westfälische)

Seine Fotos galten lange als anrüchig. Die Aufnahmen intimster Details des männlichen Körpers waren als obszön verpönt. Und wer sie ausstellte, riskierte als museumsdirektor seinen Job. Die Ausstellungsmacher Petra Wenzel und Werner Lippert taten gut daran, diese Körperbilder in ihrer ungenierten Blöße unspekulativ aus der Schmuddelecke herauszuholen. Vor schneeweißem Hintergrund statt auf fliederfarbenen oder lila getönten Wänden verdeutlichen sie, dass Mapplethorpe wie ein Bildhauer einem makellos perfekten Schönheitsideal huldigte – nicht mit dem Meißel, sondern mit der Kamera. In einer geöffneten Blüte oder in Früchten entdeckte er ebenso sinnlichen Reiz wie im Phallus eines Farbigen. Mapplethorpes Hymnus auf das Sinnliche hat in Düsseldorf nichts Verschämtes mehr.

Auch in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Gütersloh, Herford, Paderborn, Höxter oder Warburg weiß man nun über unsere Ausstellung Bescheid.

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Die Blumen des Schönen (sueddeutsche.de)

Blumen gehören zu den meistfotografierten Objekten überhaupt. Doch kaum einer hat ihre Schönheit so perfekt eingefangen wie Robert Mapplethorpe. Der Fotograf, der mit provokanten Akt-Bildern berühmt wurde, hat mit seinen Blumen-Stillleben sensible Sinnbilder der Vergänglichkeit geschaffen. Es ist dieser Moment des Verblühens und Vergehens der Schönheit, der Mapplethorpe zeitlebens fasziniert hat - wie hier bei diesen Tulpen, die in altmeisterlicher Manier in Licht und Schatten getaucht sind. Bis zum 15. August zeigt das NRW-Forum in Düsseldorf 150 Bilder des 1989 verstorbenen Künstlers.

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Ornament in Schwarz und Weiß (die Frankfurter Rundschau bespricht die Mapplethorpe-Ausstellung)

Ausführlich studieren kann man sie derzeit in einer 160 Werke umfassenden Retrospektive im NRW-Forum in Düsseldorf. Sie reicht von frühen Polaroids über die Darstellung von Blumen und Schwänzen, nackten Afroamerikanern und der weißen Bodybuilderin Lisa Lyon über das berühmte Plattencover von Patti Smiths erstem Album "Horses" (1975) bis hin zu den Kinderporträts und Porträtaufnahmen, die Mapplethorpes letzte Schaffensperiode prägten bis zu seinem frühen Aids-Tod.

Die provokantesten Arbeiten Mapplethorpes aus der S/M-Szene, in der er sich bewegte, lässt die Ausstellung jedoch aus. Gefesselte Genitalien, blutige Hoden, den Faustfick und den Jüngling, der einem anderen in den Mund uriniert, sucht man hier vergeblich. Nur eine Abbildung aus der "Black Leather Series", ein Mann im Ganzkörper-Lederanzug mit Kopfmaske auf einer Liege ausgestreckt, hat es in die Ausstellung geschafft sowie ein Selbstporträt des Künstlers. "The Perfect Moment" zeigt Mapplethorpe von hinten mit dem Griff einer Bullenpeitsche im Anus. Das linke Bein erhöht aufgestellt, steht er vornübergebeugt und stützt sich an einer Wand ab und schaut über die rechte Schulter zurück in die Kamera. Er hat sich selbst als Teufel inszeniert.

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Patti Smith & Robert Mapplethorpe - schöne Fotos

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Unter dem Link gibt es noch mehr Bilder von den beiden

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Der Makel der Pornographie (sueddeutsche.de)

  Robert Mapplethorpe

Der Makel der Pornographie hing den Fotos von Robert Mapplethorpe Zeit seines Lebens an - sie wurden gar als "gefährlichste Bilder der Kunstgeschichte" bezeichnet. Nun werden sie in Düsseldorf gezeigt.

Die Südddeutsche veröffentlicht heute eine Bilderstrecke zur Mapplethorpe-Ausstellung

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Ein dpa-Bericht erscheint heute in vielen Tageszeitungen

Mit seinen Penis-Fotos, der freizügigen Darstellung sexueller Praktiken und homosexuellen Sujets schockierte und verstörte Mapplethorpe die Öffentlichkeit und beschäftigt bis ins 21. Jahrhundert hinein die Zensur. Die Schau in Düsseldorf will den Blick aber von der Fragen der Moral in der Kunst ablenken und sich ganz auf den Künstler konzentrieren. "Unser Ziel ist es, Mapplethorpe zu befreien von allen Klischees", sagte Kurator Werner Lippert. "Mapplethorpe erzählt keine Geschichte, sondern macht eine bildhauerische Fotografie."

So wurde das Titelbild der Ausstellung ­ der berühmte Rückenakt des Assistenten und Liebhabers Mapplethorpes, der zusammengekauert auf einem Eichenpodest sitzt, häufig als Kritik an der Ausbeutung der Schwarzen verstanden. Mapplethorpe aber ging es bei dem Foto nach eigenen Worten "nur um die Form". Auch das Bild der am Rand ausgefransten US-Flagge (1977) verzichtet auf jeglichen Hintergrund und somit gesellschaftspolitische Einordnung.

Perfektion, Form und Schönheit - das klassisch-griechische Idealbild vom männlichen Körper wird in den Fotos Mapplethorpes bis ins Heldenhafte überhöht. Statuengleich posieren seine zumeist schwarzen Modelle, auf der Haut spielen Licht und Schatten, nackte, muskulöse Körper werden zu Landschaften, Bewegungen harmonieren bis ins Detail.

Von den Lübecker Nachrichten bis zur Schwäbischen Zeitung - ein dpa-Bericht von Dorothea Hülsmeier über die Mapplethorpe-Ausstellung erscheint heute in vielen lokalen Tageszeitungen

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16-Jährige erklärt Mapplethorpe (Neuss Grevenbroicher Zeitung)

"Teen Tours" heißt ein neues Angebot des Düsseldorfer NRW-Forums, bei dem Jugendliche Gleichaltrige durch die Ausstellungen führen. Eine interessante Idee, so fand die Neusser Schülerin Nana Sepehran, sie bewarb sich und wurde auch gleich angenommen. Gespannt schaut die 16-jährige Schülerin derzeit ihrer ersten Führung durch die aktuelle Ausstellung des NRW-Forums entgegen.

Mit der dort gerade eröffneten Werkschau des New Yorker Fotografen und bildenden Künstlers Robert Mapplethorpe, die nach Einschätzung eines amerikanischen Kritikers "einige der schockierendsten – und gefährlichsten – Bilder der modernen Fotografie oder sogar der Kunstgeschichte" enthält, hat sich die eloquente junge Frau nicht eben ein leichtes Thema ausgesucht. Abschrecken lässt sie sich allerdings nicht: "Mapplethorpe suchte sein Leben lang nach der perfekten Inszenierung. Er sah die Menschen, die er fotografiert, nicht als Person, sondern als Kunstobjekt", erklärt sie souverän.

Schöner Bericht - ich bin auch gespannt auf Nanas erste Teen-Tour durch die Ausstellung

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Der traurige Rüssel (Berliner Zeitung)

Noch postum spaltete Mapplethorpe den amerikanischen Ausstellungsbetrieb, rief Skandale hervor und den Staatsanwalt auf den Plan. So schreibt sich sein Aidstod 1989 als scheinbar folgerichtiger Endpunkt in seine Vita ein, und der Totenkopf, neben dem Teufel zentrale Metapher in seiner Ikonographie, darf in einem seiner letzten Selbstporträts makaber triumphieren. Eben dieses Finale des œuvres, das den schwulen Sex zelebriert, markiert eine paradigmatische Existenz in der New Yorker Halbwelt der Achtziger.

Auch die jetzt in Düsseldorf eröffnete Mapplethorpe-Ausstellung mischt unter ihre 150 Arbeiten Bilder, deretwegen sie Besuchern unter 16 Jahren ohne Erwachsenen den Eintritt nicht gestatten will. So etwa ein berühmtes Selbstbildnis von 1978: Der grimmig schauende Künstler streckt dem Betrachter seinen aufgerissenen Anus entgegen, aus dem er eine Peitsche herauszieht. Mapplethorpe definierte S&M auf eigene Weise: Es sei nicht "sexy" für ihn, anderen etwas anzutun, "was sie nicht wollen. Die Menschen in meinen Bildern haben es getan, weil sie es wollen. Für mich bedeutet S&M Sex und Magie, nicht Sadomasochismus. Und es ging immer um Vertrauen."

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WDR 2 Mittagsmagazin zur Mapplethorpe-Ausstellung (zum anhören)

Robert Mapplethorpe

Informationen von Claudia Dichter

Der amerikanische Fotograf Robert Mapplethorpe (1946-89) ist einer der provokantesten Künstler der 20. Jahrhunderts. Mit seinen zum Teil pornografischen, homoerotischen Aktfotos schockierte er das Publikum in den 70er Jahren, wurde aber bald ein gefragter Portraitfotograf, der die New Yorker Kulturszene vor die Linse holte. Ob Patti Smith, Andy Warhol oder Grace Jones, alle ließen sich Mapplethorpe fotografieren. Das NRW-Forum Düsseldorf zeigt jetzt eine Auswahl von 150 Bildern aus allen Schaffensphasen: Portraits und Selbstportraits, Aktfotografien, Blumenaufnahmen, Portraits und fotografischen Aufnahmen von Skulpturen. Sie schließt frühe Polaroids ebenso ein, wie die Selbstportraits, die kurz vor seinem Tod entstanden sind.

Mobilphone-Guide
Die Ausstellung wird von einem wirklich gut gemachten neuartigen Mobilphone-Guide begleitet: Jeder Besucher kann im NRW-Forum (zum Ortstarif) mit seinem Handy Kommentare zu den Themenräumen und zu einzelnen Werken der Ausstellung abrufen. Man kann sich den Audioguide auch von der homepage runterladen.

Achtung: Wegen der vielen, eindeutig sexuellen und homoerotischen Fotos ist die Ausstellung erst ab 16 Jahren zugänglich.

Robert Mapplethorpe
NRW-Forum Düsseldorf
Ehrenhof 2
40479 Düsseldorf

Öffnungszeiten: Di - So: 11 - 20 Uhr, Fr: 11 - 24 Uhr
6. Februar - 15. August 2010

WDR 2 Beitrag

Werke aus allen Schaffensphasen
Im WDR 2 Mittagsmagazin bei Moderator Tom Hergermann vermittelt WDR 2 Kritikerin Claudia Dichter einen Eindruck vom Schaffen des amerikanischen Fotografen Robert Mapplethorpe.

WDR 2 Kritiker: Robert Mapplethorpe in Düsseldorf (12.02.10)

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via wdr.de

Lob von Radioleuten für unseren Audioguide. Gut zu hören!

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